Und schon wieder müssen wir uns von einem langjährigen Stammtischkollegen verabschieden: Wolfgang ‘Pepsi’ Friedrich.
Nach der Beerdigung vom
Olm
hatte er mich noch gebeten, für ihn auch einen Nachruf zu schreiben, falls ich ihn überlebe, und wir haben darüber gelacht
.
Das Lachen ist jetzt vergangen, denn es ist nun so weit
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Wer ihn kannte und seinen Lebensweg verfolgte, konnte eigentlich damit rechnen, dass er eines Tages einem Unfall zum Opfer fallen würde, denn mehr oder weniger schlimme Unfälle begleiteten ihn sein Leben lang, auch solche die man sich gar nicht so richtig vorstellen kann.
Der schlimmste davon passierte 2011 an einer Kreuzung in Leopoldshafen, als eine Autofahrerin eine rote Ampel ignorierte und Wolfgang (der quer dazu Grün hatte) daraufhin mit seiner Honda CBX 1000 mit voller Wucht seitlich in das Auto einschlug.
Dieser Unfall beendete dann sein Berufsleben, denn er war seither Invalide.
Aber wie auch sonst schon oft, liess er sich nicht unterkriegen und kämpfte viele Jahre um sein Recht und Entschädigungen, und hatte auch Erfolg.
Dennoch war er nie mutlos oder gar verbittert - er behielt immer seine positive Lebenseinstellung und seinen Sinn für Humor, auch bei anderen Rückschlägen (Ehe, Familiendramen…), und das ist etwas, was man nicht hoch genug einschätzen kann.
Natürlich hatte er (wie jeder Mensch) auch seine Macken, so z.B. eine gewisse Ungeduld und teilweise Oberflächlichkeit, wodurch er schon ab und zu mal aneckte - und auch dass er immer unverblümt seine Meinung sagte (auch dann wenn klar war dass die nicht jedem passen würde) kam nicht überall gut an.
Ich selber mochte ihn und hatte nie ernsthafte Probleme, auch nicht in gemeinsamen Urlauben, der beste davon war unsere Motorradtour im Trentino 2014, an den ich noch heute gern zurück denke - Wolfgang selber wollte das immer wiederholen, auch zuletzt wieder, nachdem ich meine
SR 500
reaktiviert hatte.
Nun wird das leider nichts mehr, denn Wolfgang starb jetzt an den Folgen eines aggressiven, unheilbaren Hirntumors, der erst spät entdeckt wurde und rasch fortschritt.
Wobei das doch ganz anders lief als zunächst befürchtet:
Wer ihn direkt nach der OP im Mai letzten Jahres besucht hatte, musste zu dem Schluss kommen, dass er seinen 70. Geburtstag im Februar 2026 nicht erleben würde, den er dann aber doch in einem akzeptablen Zustand mit uns zusammen feiern konnte.
Vor allem sein anfangs stark beeinträchtigtes Sprachzentrum hatte sich im Lauf der Zeit zusehends erholt (damit hatten wohl die wenigsten gerechnet), und es gab Hoffnung, dass er noch einige Zeit in (relativer) Selbstbestimmung vor sich haben würde.
Diese Hoffnung hat sich nun sehr schnell zerschlagen, Wolfgang ist heute nacht verstorben.
Da bleibt uns nur die Trauer: wir werden dich nicht vergessen, Wolfgang.