Windows 10 End of Life

Normalerweise schreibe ich ja keine Blogposts über Windows Themen, und ich gehe davon aus dass dieser hier ein Sonderfall bleiben wird.
Aber aktuell ist das Ende des Supports für Windows 10 ein heisses Thema, zu dem immer wieder Fragen auftauchen, denn es ist klar, dass hier bei den meisten Anwendern Handlungsbedarf besteht - nicht unbedingt sofort, aber mittelfristig unausweichlich.
Deswegen möchte ich hier die aus meiner Sicht die in erster Linie für Privatanwender gangbaren Alternativen aufzeigen, natürlich nicht ohne eigene Wertung .
Grundsätzlich ist es ja so, dass viele Rechner die bisher mit Windows 10 problemlos gelaufen sind, nun nicht mehr upgedatet werden können, weil sie die gestiegenen Anforderungen von Windows 11 nicht erfüllen, insbesondere:

  • Secure Boot
  • TPM Modul
  • Prozessor
  • Hauptspeicher (RAM)
  • Massenspeicher (Harddisk, SSD)
  • ggf. andere nicht unterstützte Hardware (Netzwerkschnittstellen…)

Es gilt also, zunächst herauszufinden, ob der vorhandene PC update-fähig ist.
Das geht sehr einfach: man lädt sich von der Microsoft Support Seite dieses Tool herunter, installiert und startet es.
Mit der dort als erstes verlinkten Prüfung erhält man sehr schnell einen Überblick, ob und wo es voraussichtlich Probleme mit Windows 11 geben wird.
Hierbei ist zu beachten, dass ggf. Secure Boot und TPM nur im BIOS ausgeschaltet sind, was leicht behoben werden kann.
Sofern dieser Test erfolgreich verläuft, kann ein Update auf Windows 11 vorgenommen werden, dies ist dann wahrscheinlich die einfachste Lösung, weil dabei die installierten Programme, Einstellungen und Daten direkt übernommen werden.
Falls aber gravierende Probleme gefunden wurden, stellt sich die Frage: was tun ?

Aus meiner Sicht gibt es in diesem Fall vier realistische Szenarien:

  1. einen neuen Rechner mit vorinstalliertem Windows 11 kaufen.
  2. ein Chromebook kaufen
  3. auf dem vorhandenen PC Linux installieren
  4. einen iMac oder ein Apple Book kaufen

zu 1.:
Dieser Weg ist sicher der einfachste, aber nicht ganz billig, und er erfordert die Neu-Installation aller Nicht-Standard Programme und deren Konfiguration.
Ausserdem müssen die Daten (eigene Dokumente) vom Alt-PC übernommen werden.

zu 2.:
Ein Chromebook ist billiger, schneller und sicherer als ein Windows 11 PC, es eignet sich besonders gut für diejenigen, die bereits ein Android (=Google) Handy und/oder Tablet haben, weil darauf bereits fast alle Google-Cloud Anwendungen (Apps) installiert sind (ggf. fehlende können einfach aus dem App-Store nachinstalliert werden).
Ordentliche Chromebooks gibt es bereits ab ca. 300€ z.B. im Mediamarkt (nein - ich habe keine Vereinbarung mit Mediamarkt und bekomme auch keine Provision ).

zu 3.:
Obwohl die Installation von Linux inzwischen nicht mehr schwierig ist, empfiehlt es sich hier, die Hilfe eines erfahrenen Linux-Anwenders in Anspruch zu nehmen, das spart einiges an Zeit und ggf. auch Fehlschläge.
Und wenn es geschafft ist, hat man mindestens für die nächsten 5 Jahre einen zuverlässigen, schnellen und sicheren PC.
Ein Vorteil ist auch (sofern noch genügend Plattenspeicher frei ist und Win 10 nicht mit Secure Boot installiert wurde), dass man Linux vorerst parallel zum vorhandenen Windows installieren kann - so kann man nach Belieben das gewohnte Windows starten, oder auch Linux (dort kann man direkt mit den bisherigen Daten im Windows weiter arbeiten), um sich an das ungewohnte neue System langsam heran zu tasten.
Und falls man dann gar nicht damit klar kommt, ist nichts verloren, es bleiben dann immer noch die Optionen 1. oder 2. .
An dieser Stelle muss fairerweise noch angemerkt werden, dass es nicht ALLE gewohnten Windows Programme auch für Linux gibt - dies betrifft insbesondere Firmenanwendungen wie Ausschreibungs-/Abrechnungsprogramme usw. , allerdings kann man hier oft auf Web-bzw. Cloud-Anwendungen ausweichen, dies muss vorab im Einzelfall geklärt werden.
Keine Probleme gibt es mit den alltäglichen Anwendungen wie Office, Mail, Homebanking, Messenger, Musik, Videos, Bildbearbeitung, Drucken, Scannen etc. - diese sind oft schon bekannt, z.B. Firefox, Thunderbird, Libre Office, VLC usw.
Aber auch viele Technik-lastige Anwendungen, z.B. CAD Programme, sind nativ für Linux verfügbar.
Und Software-Entwicklung ist sowieso eines der am besten unterstützten Themenfelder, man denke nur z.B. an das hier allgegenwärtige Git , das seinen Siegeszug von Linux aus begann.

zu 4.:
Dieser Vorschlag ist nicht ganz ernst gemeint - hat aber dennoch zumindest für diejenigen die bereits ein iPhone haben, gewisse Vorteile…